Geschützten Fisch am Haken? So gehst du richtig mit dem Fang um

Geschützten Fisch am Haken? So gehst du richtig mit dem Fang um

Für viele Anglerinnen und Angler ist es ein besonderer Moment, wenn die Rute sich biegt und ein Fisch anbeißt. Doch was tun, wenn sich herausstellt, dass der Fang zu einer geschützten Art gehört? In diesem Fall ist umsichtiges Handeln gefragt – nicht nur, um Bußgelder zu vermeiden, sondern auch aus Respekt vor der Natur und zum Schutz der Fischbestände. Hier erfährst du, wie du geschützte Fische erkennst, richtig behandelst und sicher zurücksetzt.
Kenn die Regeln – und warum sie wichtig sind
Schutzzeiten und Fangverbote dienen dazu, gefährdete Arten zu erhalten oder Fische in empfindlichen Lebensphasen – etwa während der Laichzeit – zu schützen. Manche Arten sind ganzjährig geschützt, andere nur in bestimmten Monaten oder Gewässerabschnitten. Ziel ist es, stabile Bestände zu sichern und nachhaltiges Angeln zu ermöglichen.
Aktuelle Informationen zu Schonzeiten, Mindestmaßen und Fangbeschränkungen findest du auf den Webseiten der Landesfischereiverbände oder in der Fischereiverordnung deines Bundeslandes. Auch Apps wie Fischerei NRW oder Anglerboard bieten praktische Übersichten.
Als Anglerin oder Angler bist du verpflichtet, dich über die geltenden Vorschriften zu informieren. Unwissenheit schützt nicht vor Strafe – und falsches Handeln kann sowohl der Fischpopulation als auch deinem Geldbeutel schaden.
So erkennst du geschützte Arten
Gerade für Einsteiger ist es nicht immer leicht, die verschiedenen Fischarten auseinanderzuhalten. Einige geschützte Arten ähneln häufigen Fischen, unterscheiden sich aber in kleinen Details.
- Lachs vs. Meerforelle – Der Lachs hat meist weniger Punkte und eine schlankere Form, die Meerforelle ist kräftiger gebaut und stärker gepunktet.
- Europäischer Aal – Der Aal ist in Deutschland streng geschützt und darf weder gefangen noch verwertet werden.
- Stör – Alle Störarten sind geschützt. Solltest du einen fangen, muss er sofort und schonend zurückgesetzt werden.
- Flussneunauge und Bachneunauge – Diese urtümlichen Arten sind selten und stehen unter strengem Schutz.
Ein Tipp: Nimm eine Artenkarte oder eine Fischbestimmungs-App mit ans Wasser. So kannst du schnell reagieren, wenn du unsicher bist.
Richtig handeln: So setzt du den Fisch schonend zurück
Wenn du bemerkst, dass du eine geschützte Art gefangen hast, gilt: Ruhe bewahren und umsichtig handeln. Ziel ist, den Fisch so unversehrt wie möglich wieder freizulassen.
- Im Wasser lassen – Heb den Fisch möglichst nicht aus dem Wasser. Verwende ein Kescher mit gummiertem Netz, um die Schleimhaut zu schützen.
- Haken vorsichtig lösen – Nutze eine Zange oder einen Hakenlöser. Sitzt der Haken tief, schneide lieber die Schnur ab, statt zu reißen.
- Nicht quetschen – Halte den Fisch sanft, stütze ihn unter dem Bauch und an der Schwanzwurzel.
- Wiederbeleben – Halte den Fisch mit dem Kopf gegen die Strömung, bis er von selbst davonschwimmt.
- Keine Fotos – So verlockend es ist: Jeder Moment außerhalb des Wassers verringert die Überlebenschance.
Mit diesen Schritten erhöhst du die Wahrscheinlichkeit, dass der Fisch überlebt und sich weiter fortpflanzen kann.
Was du auf keinen Fall tun darfst
Auch wenn es harmlos erscheinen mag – bei geschützten Fischen gelten klare Verbote:
- Du darfst sie nicht mitnehmen – auch nicht „nur zum Zeigen“.
- Du darfst sie nicht aufbewahren oder verwerten.
- Du darfst sie nicht als Köder verwenden.
- Du darfst sie nicht verkaufen oder tauschen.
Verstöße können empfindliche Bußgelder nach sich ziehen und im Wiederholungsfall sogar zum Entzug des Fischereischeins führen.
Lerne aus der Erfahrung
Ein geschützter Fisch am Haken ist kein Ärgernis, sondern eine Gelegenheit, mehr über die Natur zu lernen. Viele Anglerinnen und Angler nutzen solche Erlebnisse, um sich intensiver mit den heimischen Arten zu beschäftigen, umweltfreundlicheres Gerät zu verwenden oder sich in Gewässerschutzprojekten zu engagieren.
Wenn du häufiger geschützte Arten in einem Gewässer beobachtest, kannst du das dem zuständigen Fischereiverband oder der Unteren Fischereibehörde melden. Solche Hinweise helfen, Bestände besser zu überwachen und Schutzmaßnahmen gezielt anzupassen.
Verantwortung, die sich lohnt
Der richtige Umgang mit geschützten Fischen ist mehr als eine Pflicht – er ist Ausdruck von Respekt gegenüber der Natur und Teil einer verantwortungsvollen Anglerkultur. Wer einen geschützten Fisch schonend freilässt, trägt dazu bei, dass auch kommende Generationen in gesunden, artenreichen Gewässern angeln können.
Also: Wenn beim nächsten Biss ein geschützter Fisch an der Leine hängt, denk daran – der beste Fang ist manchmal der, den man wieder schwimmen lässt.










